Das Versagen der Medien - zu Lasten der Demokratie
 
Es braucht keine KI ( künstliche Intelligenz ), um de Medien zu ruinieren. Das schaffen die ganz alleine. Ein paar Indizien:
  1.     In immer mehr Redaktionen kann man offenbar nicht bis zwei zählen und merkt nicht, wenn ein Artikel doppelt erscheint. 3 Beispiele aus zwei Tagen:
 
1. ) Bild oben: StZ doppelt 2023-02-01 um 18.57.18
2.) DLF doppelt2023-02-02 um 12.35.05
3.) SZ doppelt 2023-02-03 um 11.44.40
Es geht aber noch schlimmer:
BR 4-fach 2022-07-12 um 08.21.24
 
  1.     Es fehlt offenbar die Zeit um einen Text sorgfältig Korrektur zu lesen, seit man Korrektoren abschaffte.
  2.     Damit hast man auch den Ehrgeiz aufgegeben, dass die Texte in den Medien sprachlich korrekt sind, so dass sich auch Schüler danach richten könnten. (Vom sprachlichen Unsinn des Genderns ganz zu schweigen.)
  3.     Manchmal bräuchte man heute sogar einen Korrektor für das Denken und das Texten:
 
 
StZ doppelt  2022-07-12 um 10.37.41 Das ist nun doppelter Blödsinn, denn Mamutbäume sind nicht Feuerempfindlich, sonst würden sie nicht so alt. Man müsste nur mal recherchieren.
  1.     Der Nutzer bekommt Befehle; er „muss”.
 
SZ "muss" 2023-01-05 um 22.29.13
StZ "muss” 2022-12-13 um 16.51.01
 
  1.     Statt Information bekommt man sehr häufig Ansichten von Autoren oder Redaktionen, angefangen bei der StZ, die stolz war die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes unter die Erde und die Vernichtung des Denkmal-geschützen Bonatz-Baus, kurz S21, herbei geschrieben zu haben. Das ist Kampagnen-Journalismus, hat aber mit dem Beruf des Journalisten nichts mehr zu tun. Selbstverständlich sind Medien „Tendenzbetriebe”, das heißt sie dürfen eine Meinung vertreten ( Konservativ, Progressiv, Kirchennah, Wirtschaftsfreundlich, Wehrbejahend… ), Aber die Meinung des Hauses als seriöse journalistische Arbeit getarnt zu vertreten, das geht nicht. Kein Wunder, wenn einige Journalisten nicht mehr zum Thema schreiben durften. Sie wussten zuviel.
  2.     „Journalist” kommt vom französischen „jour” für Tag und meinte früher, dass man Tag für Tag das Neueste erfuhr, wobei die Überschrift den Kern der Sache darstellte, der erste Absatz diesen genauer ausführte und danach die weiteren Informationen nach abnehmender Wichtigkeit sortiert erschienen, weil beim Blatt-machen manchmal mit der Schere gekürzt wurde, wobei dann die letzten Sätze und Absätze wegfallen konnten.
  3.      Heute dagegen meint man, es sei am Wichtigsten die Nutzer zum Anklicken von Beiträgen zu bringen. Also wird die Überschrift zur Frage, deren Antwort man für den folgenden Text verspricht, aber nicht immer hält.
 
StZ Klick-baiting 2022-10-04 um 09.49.02
 
  1.     Man versucht heute mit immer weniger Meldungen immer längere Strecken zu füllen, so dass man häufig auf Meldungen stößt, die man schon kennt, weil sie bereits tagelang auf der Seite der Medien stehen, aber so tun, als ob sie „neu” wären.
  2.     Daneben gibt es immer mehr Eigenwerbung, oder besser gesagt, Eigenlob:
 
StZ Eigenwerbung2023-01-05 um 11.45.29
  1.      Man versucht also nicht durch Qualität, sondern durch Werbung Nutzer zu gewinnen.
  2.     Was man unter „Unser Bestes” versteht?
 
StZ unser Bestes 2022-07-18 um 18.58.13 - Kriminalität und Sex sind alte Mittel um Medien zu verkaufen. Aber, wenn das das Beste ist, was sie zu bieten haben...
  1.     Den Nutzern gönnt man kein konzentriertes und ungestörtes Lesevergnügen ( falls der Text dazu taugt ):
 
StZ Lesefluss? 2023-02-02 um 17.52.32 Der Text wird ständig durch Verweise und Links zu anderen Texten unterbrochen. Noch ein Beispiel:
 
StZ Text in Stücken  2022-08-10 um 12.30.36
  1.     Offenbar weiß man nicht mehr, was die Leser brauchen und fragt deshalb, was sie wollen. Dafür gibt es dann einen Gutschein, oder ist das Werbung?
 
StZ Umfrage & EDeka-Gutschein 2022-09-23 um 22.10.22
  1.     Den Lesern werden Testergebnisse vorgesetzt, bei denen nicht klar ist, wie seriös diese sind:
 
StZ Profi-Tester? 2022-12-24 um 12.38.24
  1.     In der Rubrik Wissen, in der es früher um neue wissenschaftliche Erkenntnisse ging, bekommt man heute ein buntes Allerlei, am Besten zeitlos, so dass man es immer mal wieder verwenden kann.
 
StZ Wissen 16  2022-09-21 um 18.34.11
  1.      Das dabei die deutsche Sprache nicht beherrscht wird, verwundert wenig:
 
StZ deutsch?  2022-09-28 um 18.03.41
  1.     Das die Bilder häufig nicht zum Text passen, ist auch keine Überraschung:
 
E-Lok mit Biosprit? 2022-09-02 um 11.27.52 - Eine elektrische Lokmotive, die mit Biosprit betrieben werden soll, verrät doch ziemlich umfassende Unkenntnis.
  1.     Auch mit dem Aufwärmen von Themen aus der Vergangenheit wird das Blatt gefüllt:
 
SZ historischer Liveblog 2022-08-29 um 19.27.51 Wie man im Jahr 2022 ein Ereignis aus dem Jahr 1972 als „Liveblog” anpreisen kann, versteht der Laie nicht.
  1.     Was früher in einem längeren Artikel von verschiedenen Seiten beleuchtet worden wäre, wird jetzt zu Häppchen-Journalismus umgewandelt:
 
SZ aus eins mach drei 2022-08-13 um 11.16.18 - Dass man den demographischen Wandel vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sieht, na gut, aber drei Beiträge zu einem Thema bringen eben die Möglichkeit mehr zu verdienen, weil man dadurch mehr Klicks erzeugen kann.
  Man braucht kein Prophet zu sein um bei derartig schlampig und billig gemachten Medien, die bei der StZ sogar auf Parlaments-Berichterstattung verzichtet, weil die Zitat „keine Klicks bringt” die Vorhersage zu wagen, dass diese Medien keine Zukunft mehr haben, weil sie das Bedürfnis der Bürger nach Information über die wesentlichen Vorgänge in der Demokratie nicht mehr erfüllen. Auch das Schließen vieler lokaler Redaktionen, um Geld zu sparen, indem man dpa zitiert, aber niemand mehr zur Recherche los schickt, ist kein Ruhmesblatt. Dabei gilt der alte Satz immer noch, dass alles irgendwo, also im Lokalen, geschieht.
Die Frage bleibt, was das mit der Demokratie macht, da die Öffentlich Rechtlichen Sender das große Loch, dass die Printmedien im Lokalen hinterlassen wohl kaum zu füllen vermögen.
 
 
Das Bild ganz oben zeigt ein Bildschirmfoto der Stuttgarter Zeitung vom 2023-02-01 um 18.57.18.
 
 
Carl-Josef Kutzbach
Samstag, 4. Februar 2023